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Druckguss oder Feinguss

Last Updated: Juli 30, 2024

4 mins

Was ist der Unterschied zwischen Druckguss und Feinguss?

Das Gießen ist eine der ältesten Fertigungstechniken und reicht bis ins Jahr 1838 zurück. Obwohl sich am grundlegenden Gießverfahren wenig geändert hat, sind die heutigen Maschinen deutlich weiterentwickelt. Dank technologischer Fortschritte gibt es heute verschiedene Wege zum fertigen Produkt – oder genauer gesagt: zum Bauteil. Zwei gängige und sehr ähnliche Verfahren sind Druckguss und Feinguss. Lesen Sie weiter: Wir erläutern die Unterschiede zwischen den Verfahren sowie ihre jeweiligen Vor- und Nachteile, damit Sie für Ihr nächstes Projekt das passende Verfahren wählen können.

Das Druckgussverfahren

Einfach gesagt wird beim Druckguss geschmolzenes Metall in die Kavität eines Werkzeugs aus gehärtetem Stahl eingespritzt. Sobald das Metall erstarrt ist, wird es aus dem Werkzeug ausgeworfen und der Prozess wiederholt sich. Je nach gewähltem Werkstoff variiert das Verfahren leicht – siehe Warmkammer-Druckguss und Kaltkammer-Druckguss. Das Werkzeug aus gehärtetem Stahl kann zwischen 150.000 und mehr als einer Million Schuss fertigen, bevor es repariert oder ersetzt werden muss.

Das Feingussverfahren

Die Herstellung eines Bauteils im Feinguss- oder „Wachsausschmelzverfahren" ist in der Regel zeitaufwendiger: Zunächst wird ein Wachsmodell Ihres Bauteils gefertigt und anschließend mehrfach in flüssige Keramik getaucht. Die Keramik härtet aus, danach wird das Wachs ausgeschmolzen und eine Keramikform bleibt zurück. Anschließend wird geschmolzenes Metall in die Keramikkavität gegossen, in der sich zuvor das Wachs befand. Sobald das Metall erstarrt ist, wird die Keramikform aufgebrochen und entfernt; zurück bleibt das Metallgussteil. Das Werkzeug zur Herstellung des Wachsmodells kann mehrfach verwendet werden, die Keramikform wird jedoch bei jedem Bauteil zerstört und entsorgt. Signicast hat jedoch jeden Aspekt des Feingussverfahrens automatisiert und ermöglicht damit Lieferzeiten von einer Woche, während der Branchendurchschnitt bei 8–16 Wochen liegt. 

Welches Verfahren eignet sich für mein Projekt?

Kein Gussprojekt gleicht dem anderen, und unterschiedliche Projekte erfordern unterschiedliche Lösungen. Berücksichtigen Sie vor Beginn Ihres nächsten Projekts einige wichtige Faktoren, um das passende Verfahren für Ihr Bauteil auszuwählen.

Werkstoffauswahl

Die meisten Druckgussteile werden aus Nichteisenmetallen wie Zink, Aluminium und Magnesium hergestellt. Mit Feinguss lassen sich diese Metalle ebenso vergießen wie Eisenmetalle, einschließlich Edelstahl. Bei einem Nichteisenwerkstoff bieten beide Verfahren vergleichbare Eigenschaften. Für Edelstähle oder Kupferlegierungen ist Feinguss jedoch die bessere Wahl.

Jahresmenge

Bei der Wahl des Gießverfahrens sollten Sie die gewünschte Amortisationszeit der Werkzeugkosten berücksichtigen. Entscheidend ist, bei welcher Stückzahl die Kosten für die Werkzeuge gedeckt sind. Feingusswerkzeuge können zwar kostengünstiger sein und eignen sich für Projekte mit kleineren Stückzahlen, Druckguss ist jedoch ideal für größere Serien und Projekte mit hohen Stückzahlen.

Toleranz

Bei jedem Gießverfahren hängen die erreichbaren Toleranzen maßgeblich von der Form des Bauteils und der Art des verwendeten Werkstoffs ab. Die folgende Tabelle vergleicht allgemeine lineare Toleranzen für konventionellen Druckguss und Feinguss. Mit dem Multi-Slide-Druckgussverfahren lassen sich noch engere Toleranzen einhalten.

 
Vergleich der Maßtoleranzen  
 DruckgussFeinguss
Bis 25mm+/- 0,050mm+/- 0,250mm
Bis 50mm+/- 0,075mm+/- 0,350mm
Bis 75mm+/- 0,100mm+/- 0,400mm
Bis 100mm+/- 0,125mm+/- 0,500mm
**Bitte berücksichtigen Sie bis zu 0,025mm für jeweils weitere 25mm  

Zykluszeit

Sowohl Feinguss als auch Druckguss ermöglichen die Herstellung komplexer Bauteile, die Zykluszeiten unterscheiden sich jedoch erheblich. Traditioneller Feinguss ist ein zeitaufwendiges Verfahren, das viel Handarbeit und Arbeitsstunden erfordert. Mit konventionellem Druckguss lassen sich dagegen 3–4 Schuss pro Minute und mit Multi-Slide-Druckguss mehr als 45 Schuss pro Minute produzieren. Ein Druckgussteil kann häufig ohne menschliches Eingreifen gefertigt werden – vollständig automatisiert! 

Kosten

Die Zykluszeit bestimmt bis zu 60% der endgültigen Bauteilkosten. Daher überrascht es nicht, dass Feinguss pro Bauteil in der Regel mehr kostet als Druckguss. Die stark manuellen Prozesse liefern Bauteile, die denen aus Druckguss sehr ähnlich sind, doch die Zykluszeit ist deutlich länger. 

Bei hohen Stückzahlen ist Druckguss kostengünstiger als Feinguss. Wenn Sie nur wenige Bauteile gießen oder größere Abmessungen beziehungsweise Edelstahl benötigen, kann Feinguss die kostengünstigere Option sein.

Sowohl Feinguss als auch Druckguss erzeugen Bauteile mit vergleichbaren Eigenschaften. Wenn jedoch eine Fertigung in extrem hohen Stückzahlen erforderlich ist, können die damit verbundenen Kosten und längeren Zykluszeiten Feinguss – abhängig von Ihren Anforderungen und Terminvorgaben – zu einer weniger geeigneten Option machen. Sprechen Sie am besten mit einem erfahrenen Gussingenieur, um das für Ihr nächstes Projekt am besten geeignete Gießverfahren zu bestimmen – kontaktieren Sie unser Team noch heute!

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